Positive Effekte

Kolumne erschienen in der Zeitschrift «Wohnen» des Verbandes «Wohnbaugenossenschaften Schweiz», Dezember 2017

Seit gemeinnützige Wohnbauanliegen in kantonalen und kommunalen Volksabstimmungen auf kantonaler und Gerneindeebene immer wieder Ja-Mehrheiten bekommen, haben sich die Angriffe auf Baugenossenschaften vermehrt und intensiviert. Am «beliebtesten» ist der Vorwurf, es wohnten die «falschen» Leute in Genossenschaftswohnungen. Gefordert werden deshalb Belegungsvorschriften.

Nur: Die meisten unserer Mitglieder haben bereits solche und wenden sie auch an, wie Daniel Blumer vor ein paar Jahren erhoben hat. Weil er aus der Branche kommt, wollte man ihm zum Teil aber nicht glauben. Die neuste Studie des Bundesamts für Wohnungswesen stützt nun seine Erkenntnisse. «Offenbar erreichen die verbreiteten Belegungsvorschriften ihren Zweck», heisst es darin.

Die Untersuchung zeigt, dass in den Genossenschaftswohnungen viele Menschen mit schmaleren Portemonnaies leben, auch solche mit Migrationshintergrund. Gemäss der Studie suchen Genossenschaften nicht systematisch eine Bewohnerschaft mit möglichst wenigen Ausländerinnen und Ausländern. Deren Anteil ist mit jenem in Mietwohnungen vergleichbar, auch bezüglich der meisten Herkunftsregionen. Personen ohne Schweizer Pass aus ärmeren Ländern sind in den Genossenschaften nicht untervertreten. In den letzien Jahren war doch regelmässig das Gegenteil zu hören und zu lesen.

Das ist jetzt widerlegt. Die Genossenschaften haben ihre soziale Herkunft, ihre Geschichte nicht vergessen. Da können weitere positive Effekte kaum mehr gross Erstaunen wecken: Menschen in Genossenschaftswohnungen dürfen sich darüber freuen, dass ihre Wohnungen signifikant günstiger sind, insbesondere in den Zentren. Unsere Argumente tönen nicht nur, sie sind gut!
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