Das Vorsorgeprinzip verlangt im Minimum ein Moratorium für Glyphosat

Beitrag für die Bauernzeitung, November 2017

Es gibt zwingende Voraussetzungen für die Verwendung synthetischer Produkte. So dürfen sie der Gesundheit der Menschen nicht schaden und sich nicht negativ auf die Umwelt auswirken. Beides ist bei Glyphosat nicht gewährleistet.

Zu den Auswirkungen auf die Umwelt. „Es ist in Bächen und Flüssen, in der Luft, im Boden, im Regen, in menschlicher Muttermilch und in der Plazenta, im Urin, im Bier, im Brot und weiteren Lebensmitteln nachgewiesen worden“, sagte André Leu, Präsident des Biolandbau-Dachverbands IFOAM, am Monsanto-Tribunal in Den Haag 2016. Überall da gehört Glyphosat nicht hin. Studien belegen, dass es der Biodiversität schadet. IP-Suisse zog die Notbremse und will die Anwendung bei Getreidebau und Vorkultur ab 2018 verbieten.

Zur menschlichen Gesundheit. Schon geringste Mengen stören die Fortpflanzung, stören die Embryonal- und Fötalentwicklung beim Menschen. Auch beurteilte die Krebsforschungsagentur der WHO 2015 das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend“. Später stufte die EU-Chemieagentur ECHA dieses Risiko zwar als "unwahrscheinlich" ein, doch es ist obskur, wie diese Bewertung zustande kam.

Studien, die es als unbedenklich taxierten, kamen zum Teil von Forschern mit Interessenkonflikten. Die „Süddeutsche“ fasste im März 2017 einen entsprechenden Bericht zusammen. Zudem werteten die Behörden die Rohdaten zum Teil nicht selbst aus, sondern verliessen sich auf Zusammenfassungen der Industrie. Christopher Portier, Experte für Chemikaliensicherheit in den USA, sprach in einem offenen Brief an den EU-Kommissionspräsidenten von «ernsten Sorgen bezüglich der wissenschaftlichen Qualität» der EU-Bewertung. An diese lehnt sich die Schweiz an!

Eine unabhängige Kontrolle verlangt Personen, die weder direkt noch indirekt mit der Industrie verbandelt sind. Gemäss Vorsorgeprinzip sind im Minimum die Gefährlichkeit von Glyphosat und die erteilten Bewilligungen zu überprüfen. Die Grünen fordern ein Moratorium von fünf Jahren – analog Frankreich. Es gibt bessere Wege für die Landwirtschaft. IP-Suisse zeigt Alternativen auf, weitere sind die Förderung des biologischen Anbaus oder die Abkehr von Monokulturen.
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