„Wohnraum für alle“

Kolumne erschienen in der Zeitschrift «Wohnen» des Verbandes «Wohnbaugenossenschaften Schweiz», September 2017

Das Forum der Genossenschaften 2017 war ein grosser Erfolg, thematisch und organisatorisch mit über 500 Anwesenden im KKL in Luzern. Dafür danke ich dem OK mit Rebecca Omoregie, Astrid Fischer, Lea Gerber und Hanspeter Käppeli herzlich.

Das vielseitige Programm zur Frage „Wohnraum für alle“ beeindruckte, die Öffnung des Blickwinkels war wertvoll: Millionen von Vertriebenen und Flüchtlingen brauchen eine Bleibe. Die nächsten Jahrzehnte können eine weitere enorme, wirtschaftlich bedingte Migration auf dem Globus bringen. Die Politik ist herausgefordert, auch wenn nur relativ wenige den Weg nach Europa wählen.

Und bei uns heute, hat es Wohnraum für alle? Kommen die Genossenschaften mit den aktuellen Bedürfnissen klar? Nur zum Teil. Viele Gemeinnützige richten ihre Angebote primär an Mittelschichten, für Flüchtlinge, Asylsuchende und andere Armutsbetroffene sind die Zugangsmöglichkeiten auch in vielen unserer Organisationen knapp.

Genossenschaften könnten mehr anbieten. Casanostra in Biel macht das schon lange. Sie verfolgt einen integrativen Ansatz, durchmischt die Siedlung mit wirtschaftlich benachteiligten Altersrentnern und Alleinerziehenden mit Kindern. Noch ist sie aber eine Ausnahme.

Damit Genossenschaften mitziehen können, genügt guter Wille allein nicht. Es bedarf aktiver Unterstützung durch die Behörden. Das ist in Biel der Fall. Das braucht es überall. Dann können mehr Genossenschaften auch mehr soziale Verantwortung wahrnehmen. Ohne enge Zusammenarbeit mit Institutionen und ihren Spezialisten sind sie überfordert. Dieses „Matching“ ist und bleibt Aufgabe der Behörden. Davon können sie sich nicht dispensieren. Auch das hat das Forum gezeigt.
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