Gesamtschau auf AHV und zweite Säule

Leserbrief zum Artikel «Rentenreform: Junge drohen mit Referendum», Ausgabe der Luzerner Zeitung vom 3. März

Der Kommentar von Tobias Gafafer zur Altersvorsorge 2020 (Ausgabe vom 3. März) bedarf der Ergänzung. Die Vorlage erlaubt eine Gesamtschau auf AHV und zweite Säule. Das war den Mehrheiten in den Fraktionen von FDP und SVP von Anfang an ein Dorn im Auge. Ihr anhaltender Widerstand überrascht mich deshalb nicht. Trotzdem ist das Projekt nun auf der Zielgeraden. Zur Diskussion stehen zwei Konzepte. Sie lassen sich nicht verbinden, die Räte müssen sich entscheiden. Das ist der Hauptgrund, weshalb im Parlament wenig Bewegung festzustellen ist.

Die wichtigsten Ziele der Reform sind die Konsolidierung der Sozialversicherungen und die Sicherung der Renten. Behält man beides im Auge, ist das Modell des Ständerats jenem des Nationalrats über­legen. So oder so sinken mit einem tieferen Mindestumwandlungssatz die Renten. SVP und FDP wollen die Renteneinbussen in der zweiten Säule ausgleichen. Das ist für einen Grossteil der Bevölkerung eine zu teure Lösung. Neuerdings fällt der Umwandlungssatz verbreitet unter 5 Prozent. Der Ausgleich würde deshalb immer noch höhere Beiträge in die Pensionskassen kosten. Mit dem Modell des Ständerats und dem damit verbundenen AHV-Zustupf von 70 Franken pro Monat lässt sich das verfassungsrechtliche Leistungsziel besser einhalten: die angemessene Fortführung der gewohnten Lebenshaltung. Der grosse Vorteil ist, dass Massnahmen bei der AHV viel günstiger sind, sofort wirken und keine lange Ansparphase brauchen. Die Konsolidierung wird in beiden Varianten durch Beiträge aus der Mehrwertsteuer gesichert.
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