Genossenschaften für Energiewende

Kolumne erschienen in der Zeitschrift «Wohnen» des Verbandes «Wohnbaugenossenschaften Schweiz», Ausgabe 1, Januar 2016

Wohnbaugenossenschaften Schweiz unterstützt die Energiewende. Die Begründung stützt sich auf klare Befunde: Fossile Energieträger und Uran sind endlich und nicht erneuerbar und deren Verbrauch ist mit grossen Schäden verbunden. Es braucht Ersatz. Die Ausrichtung auf Effizienz und regenerierbare Energien, wie sie Bundesrat und Parlamentsmehrheit eingeleitet haben, ist richtig.

Bei den Gebäuden steht die Drosselung des Verbrauchs an fossilen Energieträgern im Zentrum. Etwa die Hälfte des Energieverbrauchs und rund 40 Prozent des CO2-Ausstosses fallen hier an. Am genossenschaftlichen Forum 2015 in Luzern wurden gute Umsetzungsbeispiele präsentiert und diskutiert. Es wurde gezeigt, dass alle profitieren können. Die Energiekosten sinken, ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis ist möglich. Der finanzielle Profit aus der Umstellung auf erneuerbare Energien ist umso grösser, je schneller und höher die Öl- und Erdgaspreise steigen.

Natürlich kosten energetische Umbauten auch etwas. (Nichts zu tun, bliebe auf lange Frist aber ebenfalls nicht gratis.) Fördergelder helfen heute mit, die Umstellung für die Eigentümer finanziell tragbar zu machen. Da sich ein guter Teil der Kosten auf die Mietzinsen überwälzen lässt, öffnen sich Türen zum Missbrauch: Manche Mieten steigen mehr, als die energetischen Verbesserungen rechtfertigen würden. Auch dass Eigentümer trotz Leerkündigungen Subventionen erhalten und so die Rendite steigern können, ist unschön. Das soll sich mit der eidgenössischen Volksinitiative "Mehr bezahlbare Wohnungen" ändern. Die Mieterinnen gemeinnütziger Genossenschaften sind dank der Kostenmiete zwar auf der sicheren Seite. Das soll sie aber nicht am Unterschreiben hindern.
Kontakt

Komitee 2015
Überparteiliches Komitee
Louis Schelbert
6000 Luzern

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