Mehr als Wohnen

Kolumne erschienen in der Zeitschrift «Wohnen» des Verbandes «Wohnbaugenossenschaften Schweiz», Ausgabe 10, Dezember 2015

Wohnbaugenossenschaften sind in der Öffentlichkeit wieder höher im Kurs. Das zeigte sich in diversen Volksabstimmungen. Was sind die Gründe? Vielen Menschen sind die Stärken der Genossenschaften stärker ins Bewusstsein getreten. Als Pluspunkte zählen sicher günstige Mieten, wichtig sind aber auch die sogenannt "weichen Faktoren" wie etwa die Nachbarschaftshilfe.

Diese finden sich im freien Mietmarkt weniger, da unterliegt zu vieles dem Zufall. Tatsächlich ist die Qualität des Zusammenlebens für das Ansehen der Genossenschaften bedeutend. Dass sich ihr Sinn nicht im günstigen Mietzins erschöpft, erhöht ihre Anerkennung. In Zürich gingen die Stadt und die Genossenschaftsbewegung mit der Gründung der Genossenschaft "Mehr als Wohnen" diesen Weg mit Erfolg. Ihr Name wurde zum Programm.

Gegenseitige Unterstützung findet unter Genossenschaftern verbreitet statt. Viele Genossenschaften helfen durch flankierende Massnahmen mit, dass die Kinderbetreuung geteilt, ein Mittagstisch eingerichtet oder der Einkauf für ältere Mitbewohner organisiert werden kann. Es kann auch eine Weihnachtsfeier im Gemeinschaftsraum zusammen mit anderen sein.

In der Tat sind in diversen Genossenschaften jene, denen keine Familie vergönnt ist, nicht von festlichen Weihnachten ausgeschlossen. Manche Genossenschaften nehmen die Chance zu einer Öffnung wahr. Eine gemeinsame Feier kann alleinstehenden Menschen über eine schwierige Zeit hinweghelfen. Das klingt ausgesprochen christlich - und ist es auch. Letztlich können indessen alle Teilnehmenden etwas mitnehmen, auch die Genossenschaft selbst: Der Anlass stärkt ihre qualitativen Eigenschaften und damit ihre Reputation.
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