Mehr bezahlbare Wohnungen

Kolumne erschienen in der Zeitschrift «Wohnen» des Verbandes «Wohnbaugenossenschaften Schweiz», Ausgabe 8, Oktober 2015

Berechenbare und stabile Mietzinsen sind ein Segen – eine vertretbare Höhe vorausgesetzt. Das ging mir wieder durch den Kopf, als ich die Begründungen des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands für die Initiative „Mehr bezahlbare Wohnungen“ gelesen habe. Um das zu diskutieren, arbeite ich in dieser Kolumne für einmal mit einigen Zahlen.

An der Medienkonferenz für die Initiative war zu vernehmen, dass sich die Zinssätze auf Hypotheken seit 2008 fast halbiert haben. Bei einem Volumen von 870 Milliarden Franken an Hypothekarkrediten ergibt dies eine Senkung der Zinslast um rund 13 Milliarden Franken pro Jahr. Davon entfallen laut der Rechnung des SMV gut 4 Milliarden Franken auf Mietliegenschaften. Sie müssten in Form von Zinssenkungen an die Mieterinnen weiter gegeben werden.

In der Praxis entwickelten sich die Mieten aber in die umgekehrte Richtung. 2009 kostete eine durchschnittliche Wohnung gut 1270 Franken. Bei korrekter Weitergabe der gesunkenen Zinslast würde eine solche Wohnung heute 1030 Franken kosten. Die tatsächliche Höhe beträgt aber 1320 Franken. Statt einer Senkung von 18 bis 19 Prozent resultiert eine Verteuerung um etwa 4 Prozent. Zu berücksichtigen ist, dass der Referenzzinssatz in den kommenden Monaten vermutlich noch weiter sinkt und sich die Schere noch mehr öffnet.

Das sind gute Argumente für die lancierte Volksinitiative. Diese will den gemeinnützigen Wohnungsbau fördern. Deshalb ist Wohnbaugenossenschaften Schweiz dafür. Es sind aber auch gute Argumente für die Kostenmiete, wie sie in Genossenschaften gepflegt wird. Sie ermöglicht stabile und berechenbare Mietzinsen auf einem fairen Niveau.
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