Einwanderungsinitiative

Kolumne erschienen in der Zeitschrift «Wohnen» des Verbandes «Wohnbaugenossenschaften Schweiz», Ausgabe 3, März 2014

Die Mehrheit hat am 9. Februar der Einwanderungsinitiative zugestimmt. Ist nun in den Bereichen, die zuvor im Mittelpunkt des Interesses standen, Entspannung angesagt? Beim Kulturland und beim Verkehr wurden mit den Abstimmungen zum neuen Raumplanungsgesetz und zu Fabi wichtige Pflöcke gesetzt. Bei den Löhnen bleibt die Unsicherheit vorderhand gross.

Und im Wohnungswesen? Da würde ich die Frage mit nein beantworten. Das liegt einmal daran, dass der Wirtschaftsmotor in der Schweiz auch in der nächsten Zukunft kräftig dreht. Die Zuwanderung von Arbeitskräften dürfte relativ hoch bleiben. Im übrigen kommt der von der Initiative verlangte Systemwechsel nicht sofort, der Text sieht eine Frist von drei Jahren vor.

Nicht minder wichtig aber sind Faktoren, die mit Kontingenten und Personenfreizügigkeit nichts zu tun haben. In den letzten Jahren stiegen die Liegenschaftspreise unaufhörlich. Ein Teil der grossen Nachfrage ist dem niedrigen Zinsniveau geschuldet. Das ändert sich nicht so schnell, der Boom hält in der Tendenz an. Die hohe Nachfrage ist aber auch mit Erfahrungen auf den Finanzmärkten zu erklären, Investitionen in Grund und Boden gelten als sicher. Schliesslich ist auch keine Trendumkehr bei den Platzbedürfnissen zu erkennen. Heute belegt eine Person gemäss Statistik im Durchschnitt fast die Hälfte mehr Wohnfläche als vor gut 30 Jahren (aktuell etwa 45 m2).

Das heisst: Die Nachfrage nach Wohnraum wird hoch bleiben. Der Bundesrat tut deshalb gut daran, den wohnungspolitischen Dialog zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden fortzuführen. An der Umsetzung ist die Konferenz der kantonalen Volkswirtschaftsdirektoren nicht minder interessiert als der Schweizerische Städteverband. Dabei kommt dem gemeinnützigen Wohnungsbau eine wichtige Rolle zu. Die Wohnbaugenossenschaften wollen ihren Teil zur Entspannung der Lage beitragen.
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