Energiewende jetzt!

Kolumne erschienen in der Zeitschrift «Wohnen» des Verbandes «Wohnbaugenossenschaften Schweiz», Ausgabe 11, November 2013

Die Katastrophe von Fukushima hat die Welt aufgeschreckt. Die Folgen sind noch lange nicht bewältigt. Das zeigen die Meldungen über das Auslaufen von radioaktivem Wasser ins Meer, zu schweigen von den Langzeitwirkungen auf Luft, Böden, übriges Wasser und Nahrungsmittel. Hunderttausende von Nutztieren gingen zugrunde, Zehntausende von Menschen mussten das Gebiet verlassen. Trotzdem gilt auch hier: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Für die Schweiz heisst der wichtigste „Lehrblätz“ aus dem Desaster: Ausstieg aus der Atomenergie. Offen ist, in welcher Zeit die Energiewende zu bewältigen ist. Die Umweltverbände sagen, dass der Stromverbrauch in den nächsten zwanzig Jahren dank Effizienzsteigerung und mit Lenkungsabgaben nicht wachsen muss. Ihre Argumente: Ein sehr grosses Ausbaupotential besteht bei der Fotovoltaik, sie kann bis 2035 rund einen Viertel des Stromverbrauchs decken. Beiträge können im weiteren Biomasse, Geothermie und Windenergie leisten. Wasserkraft bleibt die bedeutendste Stromquelle.

Der Bundesrat dagegen rechnet mit einer längeren Dauer bis 2050. Das hat zum einen damit zu tun, dass er kein Ausstiegsdatum nennt. Zum zweiten unterschätzt er die Entwicklungsmöglichkeiten der erneuerbaren Energien und drittens will er Lenkungsabgaben erst nach 2020 einführen. Er muss nicht Recht bekommen, einiges lässt sich innert nützlicher Frist korrigieren. Dazu können auch die Wohnbaugenossenschaften wichtiges beitragen.

Das neue Raumplanungsgesetz erleichtert nicht nur Nachverdichtungen, es ermöglicht auch die Erstellung von Solaranlagen auf Dächern ohne Baubewilligung. Diese Bestimmung ist vom Parlament eingefügt worden mit dem Zweck, erneuerbare Energien zu fördern. Wir Wohnbaugenossenschaften könnten gemeinsam ein Programm aufstellen, um die Energiewende zu beschleunigen.
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