Baulandfrage anpacken

Kolumne erschienen in der Zeitschrift «Wohnen» des Verbandes «Wohnbaugenossenschaften Schweiz», Ausgabe 9, September 2013

Bauland ist rar, Bauland ist (zu) teuer. Für das Baugenossenschaftswesen im allgemeinen ist die Situation sehr schwierig. Aber ohne zusätzlichen Boden ist es noch schwieriger, die Bedürfnisse der vielen Menschen in der Schweiz nach einem preiswerten Dach über dem Kopf zufrieden zu stellen.

Ein Lösungsweg führt über die Politik. Die öffentliche Hand - das sind der Bund, die Kantone und die Gemeinden - kann und muss den gemeinnützigen Wohnbauträgern helfen, zu Land zu kommen. Vorab bieten sich die Erteilung von Baurechten und die Abgabe von Liegenschaften oder Bauland zu günstigen Bedingungen dafür an. Im Vordergrund stehen nicht mehr benötigte Liegenschaften von bundesnahen Betrieben wie SBB, Swisscom oder Ruag, aber auch von Armasuisse und anderen Institutionen von Bund und Kantonen.

Wohnbaugenossenschaften Schweiz hat dies dem Bundesamt für Wohnungswesen und dem Bundesrat so vorgeschlagen. Im Rahmen des Massnahmenpakets zur Sicherstellung von günstigem Wohnraum haben sich die Bundesbehörden mit dem Anliegen befasst, sie wollen es aber nicht weiter verfolgen. Damit ist unser Verband nicht einverstanden. Wir werden unsere Bemühungen fortsetzen und uns weiterhin auf allen Ebenen des Staates dafüreinsetzen.

Aber nicht alle müssen auf den Staat warten. Genossenschaften haben durchaus auch eigene Möglichkeiten. Statt nur das Bestehende weiterhin gut zu verwalten, können sie sich – und damit auch andern – durch Erneuerungen helfen. Das Mittel zur Selbsthilfe heisst Nachverdichtungen. Damit lassen sich Probleme der Landknappheit wenigstens zum Teil umschiffen. Mit der Zustimmung der Schweizer Stimmberechtigten zum revidierten Raumplanungsgesetz eröffnen sich in manchen bestehenden Bauzonen neue Chancen. Diese gilt es zu erkennen, auszuloten und in Zusammenarbeit mit den Behörden zu nutzen.
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