Komplementärmedizin – Der Gegenvorschlag schafft Klarheit

Leserbrief zur eidgenössischen Abstimmung über die Komplementärmedizin vom 17. Mai

Bundesrat Pascal Couchepin verwirrt unnötig, wenn er jeweils sagt, es sei unklar, was bei einem Ja zur Komplementärmedizin-Vorlage am 17. Mai genau herauskomme. Deshalb zur Klärung das Folgende: Von Anfang an hatte der Gegenvorschlag das Ziel, jene fünf komplementärmedizinischen Therapien, die Bundesrat Pascal Couchepin selbst aus der Grundversicherung gekippt hat, wieder in diese zu integrieren. Konkret geht es um die Methoden Homöopathie, anthroposophische Medizin, Traditionelle Chinesische Medizin, Phytotherapie und Neuraltherapie. Nach dem Willen der Bundesversammlung sind sie wieder aus der Grundversicherung zu bezahlen, wenn ein Schulmediziner mit Staatsexamen die Leistungen erbringt.

Das ist zwar weniger, als die Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» ermöglicht hätte, doch auch das Initiativkomitee schrieb in der Medienmitteilung vom 17. September 2008, es gehe um «die Wiederaufnahme von fünf Richtungen von Komplementärmedizin-Ärzten in die Grundversicherung». Das Komitee hatte bereits im Juni 2008 entschieden, die Volksinitiative zurückzuziehen, wenn der Gegenvorschlag in der Bundesversammlung durchkomme.

Sicher werden nach einem Ja am 17. Mai in der Umsetzung auch die Ansprüche an nationale Diplome für nichtärztliche Therapeuten, die Wahrung des bewährten Heilmittelschatzes und die Integration der ärztlichen Komplementärmedizin in Lehre und Forschung wieder zur Diskussion gestellt. Klar ist aber, welche Therapien unter welchen Bedingungen im Leistungskatalog der Grundversicherung aufgenommen werden.
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